Begrenzung der touristenstrome (pressemitteilung | GE)

EIN PROJEKT FÜR VENEDIG

Begrenzung der Touristenmassen und Regulierung des Tourismus in Venedig

Venedig ist zu lange ohne eine wirklich effektive Überwachung des Tourismus geblieben und droht nun von dem immer weiter anwachsenden Massentourismus aus aller Welt überwältigt und zerstört zu werden.Die Venezianer sind überfordert und zunehmend gereizt angesichts des ungeregelten Tourismus, der die Stadt schädigt, manche Zonen geradezu unbewohnbar macht, die eigentlichen Einwohner vertreibt, ihre Mobilität behindert und traditionelles Handwerk verdrängt.

Ein weiterhin ungeregelter maßloser Tourismus verwandelt Venedig in ein touristisches Produkt, einen Vergnügungspark, was seine ganz individuelle, ihm eigene Attraktivität zerstört. Schon jetzt haben die treuesten Besucher, die unsere Stadt liebten, immer wieder zurückkehren, Schwierigkei- ten, sich in„ihrer“nun im Massentourismus ertrinkenden Stadt zurechtzufinden. Es wird die Zeit kommen, daß schließlich auch sie fernbleiben, da sie Venedig nicht mehr wiedererkennen, wenn es seine Seele und jahrhunderte-alte Identität verloren hat.

Überall auf der Welt zeigt sich ein Zunahme des Massentourismus, doch wie kann man die Wel- len desselben eindämmen, die im Begriff sind, Venedig zu überfluten ? Wie kann man eine wach- sende Besucher-Zahl handhaben in einem so beengten Bereich wie Venedig ? Wie kann man die Abhängigkeit,vom Tourismus zu leben, verbinden mit der Notwendigkeit, mit ihm zu leben und dabei gleichzeitig die Stadt und die ihr eigene Lebensqualität zu erhalten? Eine Stadt wie Venedig mit dem Prädikat „heritage“ müßte von vorneherein auf Qualität nicht Quantität zielen.

In Venedig verharrte man in den letzten Jahren eher in träger Untätigkeit oder irrte im Mittel der Wahl. Die Maßnahmen, die bisher von den jeweiligen Stadtverwaltungen ergriffen oder von ver- schiedenen Institutionen erarbeitet wurden, haben sich entweder als wirkungslos oder nicht verwirk- lichbar erwiesen: Programme, um mit Sonderpreisen einen saisonalen Ausgleich zu bewirken, sind gescheitert. Eine Umleitung und Verteilung der Massen auf andere Routen oder eine zusätzliche Stadtsteuer würden den problematischen Zustrom nicht vermindern – letztendlich sind die Zugänge zur Innenstadt nicht kontrollierbar und eine Teilschließung wäre legal anfechtbar.

Die von uns vorgeschlagene Lösung des Problems besteht im Konzept der Begrenzung, doch nicht auf die ganze Innenstadt bezogen, sondern nur auf einen kleinen Teil, welcher vor allem von hit and run Besuchern,d.h.Tages-Massentouristen gestürmt wird, nämlich dem Markusplatz. Nach der Theorie des eingrenzenden Faktors würde ein Abschluß des kleinen,leicht kontrollierbaren Platzes eine große Auswirkung auf den Rest der Innenstadt haben.

Zu diesem Zweck müßte eine maximale Zulassungszahl der Besucher festgelegt werden, damit man die sich auf das Gebiet um den Markusplatz herum zubewegenden Mengen programmieren könnte unter Nutzung digitaler Geräte als Durchgangsfilter, sowohl ganz am Anfang im Moment der Buchung der Reise wie im Moment des Betreten des Platzes. Dies würde auch dem Reisenden bei mehr Bewegungsfreiheit ein befriedigendes Besuchserlebnis garantieren.

Der Tagestourist oder seine Agentur können im Moment der Buchung einer Venedigreise in Inter- net, Marketplace und mit vermittelnden GDS überprüfen, ob noch eine Zulassungsmöglichkeit für

 den Markusplatz besteht,gemäß dem festgelegten Sättigungslimit, was der Anzahl der Bewohner des historischen Zentrums (ca.65-70.000 pro Tag)entsprechen könnte.Sollte diese nun nicht beste- hen, würde ein großer Anteil der Personen auf die Reise verzichten oder sie verschieben.Es hätte denselben Effekt auf manche Touristen wie ein Besuch Pisas ohne den des schiefen Turms!

Dagegen ist dem Übernachtungs-Gast in der Kommune Venedig durch Zahlung der city-tax beim Empfang in Hotel oder Pension der Zutritt auf dem Markusplatz garantiert mit einem Strich- code oder einem persönlichen smartband, und zwar in begünstigten schnellen Zugängen wie für Orts-ansässige, arbeitende Angestellte und steuerbefreite Sozialgruppen. Es würde notwendig sein, diesen Übernachtungsgästen eine Quote von mindestens 50%der vorhandenen Plätze zuzusichern, um auch diesen in Abschwächung begriffenen Tourismus wieder zu fördern gegenüber dem wach- senden Phänomen von hit and run Gruppen

Ein weiteres Problem im aktuellen venezianischen Alltag ist die übermäßige Belastung der öffent- lichen Verkehrsmittel.Auch hier schlagen wir das Prinzip der Begrenzung und eine program- mierte Nutzung durch Fahrzeuge vor, die ausschließlich für Touristen bestimmt sind, einer tourist- line, damit die Bewohner der Stadt oder dort Beschäftigten sich künftig ohne Schwierigkeiten herumbewegen können. Auch den Touristen wäre so eine angemessene Beweglichkeit garantiert, damit sie die faszinierendste Wasserstraße der Welt genießen können ohne zu reisen wie in einem Vieh-Wagon (oft nach Anstehen von einer Stunde in der Warteschlange vor dem ticket-office). Mit diesem Transportservice, immer mit der Möglichkeit der Vorausbuchung vor Ort oder (billiger und ohne Warteschlange) im Internet, könnte als Paket ein Sonderangebot des Besuchs der kulturellen Hauptattraktionen der Stadt kombiniert werden, letzteres jedoch nur im Internet vorausbuchbar verkäuflich.

Dringlich wäre auch zum Schutz jahrhunderte-alter handwerklicher Traditionen die durch ein ent- sprechendes Prüfungskomitee überwachte Vergabe einer Qualitätsmarke“Real Venice“ für venezianische Wertarbeit (made in Venedig/Venezia Doc), um sie zu kennzeichnen und hervorzu- heben zwischen all’ dem sonst angebotenen Ramsch und Massenware. Dieses Markenzeichen würde von einem Zulassungsausschuß nach bestimmten festgesetzten Parametern verliehen und dem immer noch vorhandenen traditionellen Kunsthandwerk den Rücken stärken,seine Existenz schützen und fördern.

Der Tourismus, jetzt als Bedrohung, würde somit zur Chance.Venedig könnte seine Finanzprobleme lösen, bis 2020 die Stadt eines vertretbaren Tourismus werden und aus dieser abwegigen Spirale herausfinden, deren Zeuge wir während der letzten Jahre waren. Dank der digitalen Entwicklung der Gesellschaft gibt es nun das passende Werkzeug zur besseren Steuerung. Wir fordern daher jedermann auf, diesen Vorschlag zu unterstützen, damit wenigstens einmal Versprechungen in Fakten verwandelt werden können und eine bessere Stadt, als die, welche wir jetzt und heute vor- finden, den nächsten Generationen weitergegeben werden kann.

Danke für die Unterstützung!

un danke fur ubersetzung Karin Woehrwag 🙂

Marco Scurati

flussiturismo@gmail.com

The full proposal:

https://flussiturismo.wordpress.com/proposta

at minute 24:30 interview Marco Scurati

http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-3845.html

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